26.02.2010

Die Zürcher Stadion-Misere

Gescheitertes Hardturm-Fünfeck, ein aus Eishockey-Sicht missglückter Umbau des Hallenstadions und zwei Fussballklubs, die in einem windigen Leichtathletik-Stadion spielen müssen – falls sie dann nicht durch Risse in der Konstruktion vertrieben werden.

Wer ist schuld an der Zürcher Stadionmisere? Und vor allem: wie soll es weitergehen?

Ist die Eishockey-Arena im Schrebergarten-Areal in Altstetten die richtige Lösung?

Kommt das kompakte Fussballstadion auf dem Hardturm oder sollte doch noch auf die Duplex-Arena gesetzt werden?


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Letzte Kommentare

Schuld sind, wie früher beim HB-Südwest, beim Flughafen, bei der Kongresshausvorlage, bei den eintönigen Parks in Zürich- Nord und der sterilen “Weihnachtsbeleuchtung” an der Bahnhofstrasse, grössenwahnsinnige Investoren, Politiker und Architekten, welche ihre exzentrischen Manien und pseudo- avantgardistischen Flausen auf Kosten der Allgemeinheit ausleben!

Sie alle sind vom Metropolenfimmel angesteckt. Sogar ein Stadtpräsident musste deswegen (gottlob) zurücktreten.

Hier wäre endlich etwas mehr Bescheidenheit angesagt: Windschutz beim Letzigrundstadion (übrigens ein erfolgreiches SD- Anliegen); evtl. auch erneute bauliche Anpassungen im Hallenstadion Oerlikon, oder aber eine Duplex- Anlage im Hardturm-Areal, welche platzsparend ist und Synergien nutzt.

Auf keinen Fall aber sollten die Schrebergärten in Altstetten zerstört und weiteres Land mit einem zusätzlichen Eishockeystadion zugepflastert werden!

Es geht nicht um Schuld, sondern um die Frage, wann die Spitzensportvereine endlich passende Stadien erhalten.

Die Duplexarena ist die ideale Lösung.

Nur eine Baustelle, einen Parkplatz, ein Sicherheitskonzept und vor allem einen politisch-juristischen Spiessrutenlauf bis zur Realisierung. Es ist zudem sicher günstiger, eine statt zwei Baustellen zu betreiben. Die Duplexlösung geniesst zudem viel Wohlwollen in der Bevölkerung.

Die Argumente des Stadtrats und der NZZ überzeugen nicht. Weshalb soll an einem Ort, wo zwei Hochhäuser und ein Fussballstadion geplant waren, nicht Platz für ein Eishockeystadion sein, wenn die Hochhäuser wegfallen?

Welche Lösung jeder Einzelne auch bevorzugen mag – sie wird nicht realisiert werden:
Es gibt in der Stadt Zürich (und nicht nur da) keinen wirklichen politischen Leadership, der die Sportstättenpolitik wirklich zu Ende führen würde, denn es sind damit keine Meriten zu verdienen: Das Ding liegt im Graben, und jede Realisierung hat einen Zeithorizont, der über die eigene Wahl-Perspektive hinaus geht. Und die Einspracheflut ist ja das einzig Garantierte.

Die Zürcher kriegen mit der Havarie im Letzigrund genau das präsentiert, was sie verdienen:
Zwei Zürcher Fussballclubs, die kein Stadion haben und einen Eishockeyclub, der in einer Plüschatmosphäre irgendwo unten auf Eis Hockey spielt – wenn dann nix anderes Besseres ansteht.

Ein interessantes Thema, das das Wahlbistro hier aufnimmt, weil es sich nicht einfach entlang der eingefahrenen Parteilinien diskutieren lässt.

Also: ein zweites Fussballstadion braucht es meines Erachtens nicht, dafür fehlen schlicht die Zuschauer bei normalen Qualifikationsspielen. Anders sieht es beim ZSC aus: das Hallenstadion wird zu viel für anderes benutzt, als dass der Club vernünftig spielen könnte. Er braucht daher ein gutes Stadion, das ökologisch sinnvoll funktioniert und mit dem ÖV erschlossen ist. Dies alles ist in Altstetten gegeben.

@Wobmann: Stapi Ledergerber ist keineswegs wegen dem Stadion zurückgetreten, sondern, um nach 7 Jahren Amt wieder Zeit für seine Familie zu haben. Zudem ist es höchst fragwürdig, dass Herr Wobmann die Anliegen von ein paar Hundert Schrebergärtnern höher gewichtet als diejenigen von Tausenden von Hockeyfans eines erfolgreichen Zürcher Clubs.

@Konrad Kuhn

Welches wäre dann das erste Fussballstadion? Sie meinen doch nicht etwa den Letzigrund. Das ist ein Leichtathletikstadion, das für Trainings und ein jährliches Meeting genutzt wird.

Wenn man also für den LCZ ein Stadion bauen kann, dann wohl hoffentlich auch für GC, den FCZ und den ZSC.

@K.Kuhn

Die wirklichen Rücktrittsmotive von Ledergerber und auch Martelli waren das Prestigeobjekt Hardturmstadion (Fünfeck). Das Scheitern dieses Projekts bedeutete für beide Protagonisten des Wachstums einen Gesichtsverlust.

Bis anhin wollten sich die meisten Stapis ein Baudenkmal setzen. Beton-Elmar konnte sich diesen Wunsch nicht erfüllen; sein Rücktritt war die logische Folge. Seine Familie war nur der “Vorwand”.

Wenn Sie meinen obigen Beitrag richtig gelesen hätten, würden Sie erkennen, dass mein Lösungsvorschlag 4 Fliegen auf einen Schlag brächte: Interessenwahrung der Schrebergärtner, haushälterischer Umgang mit Land (Duplex Anlage im Hardturm) und Interessenwahrung der GC/ FCZ (Fussballfans) und der ZSC (Eishockeyfans). Diese Kombination vermisse ich bei Ihnen.

Ich hoffe, dass die jetzige favorisierte Landverschwendungslösung von Stadtrat und NZZ beim Volk keine Chance hat!

zuerst einmal: Duplex wäre ideal und auch ich würde dies favorisieren, nur ist es kaum umsetzbar!

@Samuel Dubno
natürlich ist das Letzigrund für den FCZ nicht perfekt, allerdings war es für diverse (auch hochkarätige) Fussballspiele gut genug. Zudem mag ich den Fussballclubs ja durchaus neue Stadien gönnen, nur fragt sich schon, woher denn all die Zuschauer kommen sollen. Selbst beim FCZ hat es ja eigentlich immer Platz.

@Walter Wobmann: es ist natürlich einfach, simpel das Maximum zu fordern, ganz nach dem Motto: die Mach- und Finanzierbarkeit interessiert nicht.

Bezeichnend sowohl bei GLP als auch bei SD ist ja, dass sie aufgrund ihrer Kleinheit weder Regierungsverantwortung übernehmen müssen, sich dafür lieber alle unterschiedlichen Gruppierungen (Schrebergärtner, GC-Fans) ins Boot zu holen versuchen und dabei Versprechungen machen, die schwierig zu halten sind.

@Konrad Kuhn: Ich freue mich, dass auch Sie für eine Duplexarena sind und würde gerne einmal eine ausführliche und nicht oberflächliche Begründung hören, weshalb Duplex nicht möglich sein soll (dafür ist der Platz hier wohl zu knapp).

Ich vermisse, dass die grossen Parteien mit Regierungsverantwortung diese Frage bisher nicht ernsthaft und vertieft diskutiert haben und empfinde es als geradezu typische Arroganz der Herrschenden, wenn Sie uns unsere Kleinheit oder gar das Zusammengehen mit Bürgerinnen und Bürger, egal ob sie Schrebergärtner oder Fussballfans sind, vorwerfen.

In der Tat ist hier der Platz etwas knapp, um zu erläutern, warum Duplex nicht möglich ist, bzw. kaum realisiert wird.

Wenn Sie mir nun aber die “Arroganz der Herrschenden” vorwerfen, dann ist das doch ein starkes Stück! Ich verurteile keineswegs ein Eingehen auf die BürgerInnen, gerade die SP hat ja in diesem Wahlkampf unter Verwendung der neuen Medien mit der Facebook-Plattform “Was Zürich braucht” erfolgreich und mit grossem Rücklauf gezeigt, dass sie ein echtes Ohr für die Anliegen der WählerInnen hat.

Was aber zu kritisieren ist, ist eine billige Bauernfängerei, dies alles verspricht, was sie doch nicht halten kann. Nur die Stadt zu kritisieren und zu sagen, alle wären zufrieden, wenn man an der Macht sässe, empfinde ich als schlicht populistisch.

Prüfen Sie doch die Duplex-Arena im Rahmen Ihrer Parteien und machen Sie entsprechende politische Vorstösse!

@ K.Kuhn
Dieser Vorwurf: Maximum fordern… trifft genau auf Sie und die regierende SP zu. In einer kleinräumigen, übervölkerten Schweiz und einem, aus allen Nähten platzenden Zürich in Folge freizügiger Einwanderungspolitik hinterlässt man eine “Bauruine Hardturm” und will nun rücksichtslos Grüngebiete in Altstetten verbauen. Weise und vorausschauend ist dies sicher nicht, denn: Die Schweiz ist nun mal nicht Kanada!
Die SP betreibt hiermit seit Beton- Elmar, wie viele andere Parteien auch, eine “Wirtschaftspolitik der verbrannten Erde” ohne Rücksicht auf kommende Generationen! Dies ist nun mal nicht nachhaltig und darf so nicht weiter gehen! Gottlob gibt es wachsame, kleine Parteien und das Volk, das auch noch ein Wörtchen mitreden darf, auch wenn dies dem “linksgrünen” Regierungskartell nicht passt!
Mein Vorschlag ist ein Denkanstoss für eine vernünftige, platzschonende Gesamtlösung.

Zürich als das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Schweiz braucht ganz einfach eine Sportstätte die der Grösse und Bedeutung der Stadt gerecht wird. Für die Schrebergärten ist ein Ersatz zu finden, was mit einer lösungsorientierten Haltung und weniger Ideologie – auch von den Betroffenen-, machbar und vernünftig ist.

Wer sich nur etwas mit Fussball(-Stadien) befasst, weiss, dass das Letzigrund kein Fussballstadion ist – sondern ein typisches Produkt der öffentlichen Hand in der Stadt Zürich: Ein politischer Bau-Kompromiss “Leichtathletik und Anderes”.

Dass sich dieses “Weder Fisch noch Vogel” zusätzlich noch als gefährlich mangelhaft herausstellt, muss die Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Nacht- und Nebel-Streich der Stadtzürcher Exekutive mit dem Erwerb des “Stadion-Grundstücks” bestätigen.

Abgesehen vom finanziellen Abenteuer, in welches uns Steuerzahler der linksgrün-rote Stadtrat damit geschwind noch vor den Wahlen stürzt, wird das künftige “Fussballstadion” mit Sicherheit wieder ein solches politisches, funktional Kompromiss-geschleiftes Bauprodukt: Bereits hat man (den Verhinderern) signalisiert, dass es die Hochhausgrenze nicht übersteigen werde: Gute Nacht Fussball in Zürich!

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